Barrierefreie Website: Wer jetzt wirklich muss und warum sie sich für dich trotzdem lohnt
Du kennst das vielleicht: Seit ein paar Monaten landen Mails und Beiträge bei dir, die dir Angst machen wollen. Barrierefreiheit ist jetzt Pflicht, heißt es da, und wenn deine Website nicht mitzieht, drohen gleich Abmahnungen. Klingt nach Stress, den du gerade überhaupt nicht gebrauchen kannst.
Ich sortiere das heute für dich. Denn die Wahrheit ist deutlich ruhiger, als viele es klingen lassen, und für die meisten kleinen Selbstständigen sieht die Lage ganz anders aus als die Panikmache verspricht.
Worum es bei dem neuen Gesetz wirklich geht
Seit dem 28. Juni 2025 gilt in Deutschland das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz, kurz BFSG. Es setzt eine europäische Richtlinie um und soll dafür sorgen, dass Menschen mit Einschränkungen bestimmte digitale Angebote genauso nutzen können wie alle anderen. Gemeint sind vor allem Onlineshops, Banking, Ticketverkauf oder E-Book-Anbieter, also Angebote, bei denen Kundinnen und Kunden direkt online kaufen oder abschließen.
Eine klassische Info-Website, die deine Leistungen zeigt und zum Kennenlerngespräch einlädt, fällt erstmal nicht automatisch darunter. Die offiziellen Infos dazu findest du bei der Bundesfachstelle Barrierefreiheit und bei deiner IHK.
Bist du überhaupt verpflichtet? Die ehrliche Antwort
Hier kommt der Punkt, den die meisten Angst-Mails verschweigen: Für Kleinstunternehmen gibt es eine Ausnahme. Wer weniger als zehn Mitarbeitende hat und unter zwei Millionen Euro Jahresumsatz bleibt und dabei eine Dienstleistung anbietet, ist von der Pflicht ausgenommen. Das trifft auf sehr viele Solo-Selbstständige, kleine Coaches und Hundeschulen zu. Nachlesen kannst du das in der offiziellen FAQ zum BFSG.
Heißt konkret: Wenn du allein oder in einem kleinen Team arbeitest und deine Website vor allem informiert und Kontakt herstellt, musst du gesetzlich in aller Regel nichts überstürzen. Anders wird es, sobald du einen echten Onlineshop betreibst und über diese Schwelle wächst. Im Zweifel lohnt sich ein kurzer Blick mit jemandem, der deinen Fall kennt, denn eine Rechtsberatung ist das hier ausdrücklich nicht.
Warum sich Barrierefreiheit trotzdem für dich lohnt
Und jetzt der Teil, der mir wichtig ist: Nur weil du nicht musst, heißt das nicht, dass du nicht solltest. Eine barrierefreie Website erreicht einfach mehr Menschen. Ältere Kundinnen, Menschen mit einer Seheinschränkung, und alle, die unterwegs bei schlechtem Licht auf ihr Handy schauen. Das sind echte Kundinnen und Kunden, die du sonst verlierst, ohne es überhaupt zu merken.
Das Schöne daran: Vieles davon ist einfach gute Handwerksarbeit. Klare Kontraste zwischen Text und Hintergrund, aussagekräftige Alternativtexte für deine Bilder, eine saubere Struktur mit ordentlichen Überschriften, gut lesbare Schriftgrößen und Buttons, die sich auch mit der Tastatur bedienen lassen. Das hilft nicht nur Menschen mit Einschränkung, sondern verbessert ganz nebenbei dein Ranking bei Google, weil Suchmaschinen genau solche aufgeräumten Seiten mögen.
Und wenn du es richtig angehen willst?
Die schnellen Verbesserungen kannst du sofort selbst umsetzen. Wenn du es aber wirklich sauber machen willst, steckt darunter eine technische Ebene: die Kriterien der WCAG, eine korrekte Auszeichnung im Code, die Bedienbarkeit mit Screenreadern und eine ehrliche Prüfung deiner Seite. Das ist der Teil, den ich für meine Kundinnen übernehme, mit einer Barrierefreiheitsprüfung, die dir zeigt, wo du stehst und was sich für dich wirklich lohnt.
Denn ehrlich: Du sollst dich um deine Kunden kümmern, nicht um Gesetzestexte und Quellcode. Genau deshalb gibt es mich.
Ich bin Peggy – Website & Branding Spezialistin.
Ich mache deine Website zugänglich für alle und fit für die Zukunft, mit Klarheit, Transparenz und bewährten Strategien.
